Zukunftszeichen Ruhr

Das Ruhr-Genom

Das Ruhr-Genom ist der Vorschlag eines Zukunftszeichens für die Wissenschaftsregion Ruhr. Der Name ist zugleich die Botschaft. Das Zeichen signalisiert das reiche Potential der Region. Die Botschaft liegt schon im Aufbau des Zeichens. Mehrere Bestandteile formen eine Einheit. 
Es sind die Buchstaben R, U, H und R. Doch sie bilden nicht ihrer wesensimmanenten Funktion entsprechend ein Wort, sondern in einer Grenzüberschreitung ihrer Bestimmung ein bildhaftes Objekt.
Der Wort-Charakter wird aufgelöst, indem die Buchstaben ihrer Reihenfolge enthoben sind. Sie bleiben ohne Wortbindung und bilden damit unbegrenzte Kombinationsmöglichkeiten ab. Aus dem Wort entstehen Bilder. Buchstaben gewinnen Tiefe und bilden einen gemeinsamen Raum, den Raum ihrer skulpturalen Erscheinung. 


Sie assoziieren einen molekularen Kern und eine unablässige Bewegung. Die Bildkraft geht weit über die Dimension eines signethaften Zeichens hinaus und deutet den Kosmos der Wissensmetropole an. 

Konventionelle Bindungen werden gelöst, neue Wirkungsmöglichkeiten werden möglich.

Das Ruhr-Genom lebt von seiner Vielfalt. Subjektiv ergibt jeder Blickwinkel ein eigenes Bild. Aber auch objektiv erscheinen die Einzelteile in unterschiedlichen Zusammensetzungen und in unterschiedlichen Farbstellungen. Doch es gibt einen gemeinsamen – identitätsstiftenden – Nenner: Die formale Erscheinung wird durch den kompakten Kern und die dynamisch auseinanderstrebende Peripherie bestimmt, ebenso durch das immer gleiche Inventar der Einzelelemente. Das Ruhr-Genom besitzt eine übergreifende, ortsunabhängige Zeichen-Identität und ebenso eine individuelle, an den jeweiligen Ort gebundene, Kombinations- und Farb-Identität.

Es ist überall das Gleiche und doch ein Anderes. Damit zeigt es das Innovations-Potential der Wissensmetropole Ruhr. Das Ruhr-Genom spricht nicht nur eine Formsprache sondern auch eine Farbsprache. Jede Farbkombination ist eine Farbkomposition. In diesem Sinn sind die Farben lesbar wie ein Code. Alle Farbkompositionen verfügen über eine gemeinsame Anmutung und Assoziationswelt. Sie sind abstrakt, intellektuell und visionär. Sie wirken wie die Eruption einer mikroskopischen Welt.

Die Platzierung im öffentlichen Raum gibt dem Ruhr-Genom eine statische Verankerung bei scheinbar schwebender Erscheinung. Es ist also frei und doch verortet. Diese Antithese wird möglich durch die Fixierung des Objekts in einem klarsichtigen Halb-Tubus aus Acrylglas.

Mit seiner formalen Erscheinung und seiner semantischen Verfasstheit – die Anmutung des Wissenschaftlichen verbindet sich mit der des Phantasievollen – liefert das Ruhr-Genom vor den Einrichtungen der Wissens-, Forschungs- und Bildungsregion äußerst konkrete Denkanstöße. Das Ruhr-Genom legt die Potentiale der Wissensmetropole offen.